(Lesedauer 6 Minuten)
Diesen Satz höre ich regelmäßig. „Ich verstehe das einfach nicht. Ich koche doch gesund.“ Oft höre ich ihn sogar mit einer Mischung aus Frust, Enttäuschung und Ratlosigkeit. Und ehrlich gesagt kann ich das gut verstehen.
Denn genau so habe ich früher auch gedacht.
Ich war überzeugt, dass gesunde Ernährung automatisch zu Gewichtsverlust führen muss. Schließlich hatte ich gelernt: Gemüse ist gesund. Vollkorn ist gesund. Bio ist gesund. Selbst gekocht ist gesund. Also müsste die Waage doch eigentlich automatisch nach unten gehen.
Oder? Genau das dachte ich jahrelang. Und genau deshalb war ich irgendwann völlig verwirrt.
Mein Teller war gesund. Doch mein Gewicht interessierte das nicht.
Ich erinnere mich noch gut an diese Zeit. Ich kaufte gesunde Lebensmittel. Ich kochte selbst. Ich achtete auf Vollkornprodukte. Ich verzichtete auf Fast Food. Ich versuchte alles richtig zu machen. Und trotzdem nahm ich nicht ab. Manchmal nahm ich sogar zu. Das ergab für mich überhaupt keinen Sinn.
Heute weiß ich, warum.
Weil mein Körper nicht bewertet, ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist. Mein Körper bewertet Energie.
Die Wahrheit, die viele nicht hören wollen
Für eine Gewichtsabnahme musst du nicht gesund essen. Diesen Satz hören viele Menschen nicht gerne. Aber er ist trotzdem wahr. Man kann theoretisch mit Fast Food abnehmen. Man kann mit Schokolade abnehmen. Man kann mit Pizza abnehmen. Man kann sogar mit Süßigkeiten abnehmen. Ob das gesundheitlich sinnvoll ist, steht auf einem völlig anderen Blatt. Aber rein für die Gewichtsabnahme zählt zunächst die Energiebilanz. Mehr nicht.
Ganz im Gegenteil. Das bedeutet nicht, dass gesunde Ernährung unwichtig ist. Sie hilft oft dabei, satt zu bleiben, ausreichend Nährstoffe aufzunehmen und sich besser zu fühlen. Aber gesund essen und abnehmen sind nicht dasselbe. Das wird häufig verwechselt.
Der Salat, der mehr Kalorien hatte als der Burger
Im Coaching sehe ich das immer wieder. Menschen bestellen einen großen Salat. Mit Nüssen. Mit Avocado. Mit Käse. Mit Öl. Mit Dressing. Mit Brot. Und wundern sich anschließend, warum die Gewichtsabnahme stagniert. Der Salat war gesund. Keine Frage. Aber gesund bedeutet nicht automatisch kalorienarm. Genauso wie ungesund nicht automatisch dick macht. Das klingt zunächst verrückt. Aber genau diese Denkweise sorgt bei vielen Menschen seit Jahren für Frust.
Das eigentliche Problem heißt Verzicht
Noch größer wird das Problem, wenn Menschen glauben, sie müssten auf alles verzichten, was ihnen schmeckt. Keine Schokolade mehr. Keine Pizza mehr. Keine Burger mehr. Keine Nudeln mehr. Keine Weihnachtsplätzchen mehr. Keine Geburtstage mehr. Keine Restaurantbesuche mehr. Und dann beginnt der Kampf. Zuerst funktioniert das. Vielleicht eine Woche. Vielleicht einen Monat. Vielleicht sogar drei Monate. Doch irgendwann passiert etwas. Der Kopf wird müde. Die Lust auf die verbotenen Lebensmittel wächst. Und irgendwann kommt der Moment, den ich selbst nur zu gut kenne. Man gibt nach. Und plötzlich bleibt es nicht bei einem Stück Schokolade. Es wird die ganze Tafel. Nicht weil man undiszipliniert ist. Sondern weil Verzicht oft genau das Verlangen erzeugt, das man eigentlich vermeiden wollte.Je stärker wir etwas verbieten, desto interessanter wird es für unser Gehirn.
Genau diesen Fehler habe ich jahrelang gemacht
Ich habe Lebensmittel in gut und böse eingeteilt. Gesund und ungesund. Erlaubt und verboten. Und jedes Mal begann derselbe Kreislauf. Strenge Regeln. Große Motivation. Verzicht. Heißhunger. Schlechtes Gewissen. Neustart. Die nächste Diät. Die nächste Regel. Der nächste Versuch.
Bis ich irgendwann verstanden habe: Das Problem war nie die Pizza. Das Problem war mein Umgang mit der Pizza.
Was langfristig wirklich funktioniert
Heute arbeite ich mit meinen Klienten völlig anders. Nicht mit Verboten. Nicht mit endlosen Listen von Lebensmitteln, die man nie wieder essen darf. Sondern mit einem Konzept mit dem man alles essen darf.
Denn sind wir ehrlich: Die meisten Menschen möchten nicht nur abnehmen. Sie möchten ihr Gewicht auch halten. Und dafür braucht es einen Weg, den man auch in fünf, zehn Jahren oder am besten für immer leben kann. Mit Geburtstagen. Mit Urlaub. Mit Weihnachten. Mit Grillabenden. Mit Restaurantbesuchen. Mit ganz normalen Alltagssituationen.
Genau deshalb geht es in meinem Coaching nicht darum, möglichst gesund zu essen.
Es geht darum, einen Lebensstil zu entwickeln, der Gesundheit, Genuss und Wunschfigur miteinander verbindet. Ohne Verbote. Ohne schlechtes Gewissen. Ohne ständigen Kampf gegen sich selbst.
Die wichtigste Erkenntnis
Gesunde Ernährung ist etwas Großartiges. Sie kann dir mehr Energie geben. Deine Gesundheit verbessern. Deinen Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Aber gesundes Essen allein macht nicht automatisch schlank. Und ungesundes Essen macht nicht automatisch dick. Entscheidend ist die Gesamtmenge an Energie, die wir langfristig aufnehmen. Als ich das verstanden hatte, fiel eine enorme Last von meinen Schultern. Zum ersten Mal musste ich nicht mehr kämpfen. Zum ersten Mal musste ich keine Lebensmittel mehr fürchten. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass mein Leben und meine Ernährung zusammenpassen. Und genau dort beginnt nachhaltige Gewichtsabnahme.
Nicht bei Verboten. Nicht bei Schuldgefühlen. Sondern bei einem System, das du dauerhaft leben kannst.
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(Tranzparenzhinweis: Bild und Text mit Ki-Unterstützung erstellt)