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„Wenn ich in Rente bin, dann mache ich was.“

Männergesundheit: Warum ich heute tue, was ich tue. Und warum ich mir wünsche, dass mein Papa früher auf sich geachtet hätte.

Papa, dieser Beitrag ist für dich.

Eigentlich wollte ich einen weiteren Artikel über Männergesundheit schreiben.

Über Übergewicht, Bewegung, Ernährung und darüber, warum Männer häufig erst dann auf ihre Gesundheit achten, wenn der Körper bereits deutliche Warnsignale sendet.

Ich könnte dir jetzt erklären, warum regelmäßige Bewegung sinnvoll ist, weshalb Bauchfett gesundheitliche Risiken mit sich bringt und welche Vorsorgeuntersuchungen Männer wahrnehmen sollten.

Das alles ist wichtig.

Aber heute möchte ich dir etwas anderes erzählen.

Etwas Persönliches.

Denn hinter meiner Leidenschaft für Gesundheit steckt auch eine Geschichte, die mir bis heute unglaublich wehtut.

Die Geschichte meines Papas.

Papa, du warst doch Superman

Als Kind sieht man seinen Vater mit anderen Augen.

Für mich war mein Papa immer stark.

So stark wie Bud Spencer.

Einer dieser Männer, bei denen man als Kind glaubt, dass sie einfach alles schaffen können.

Die für jedes technische Problem eine Lösung finden.

Die Dinge reparieren, bei denen andere längst aufgegeben hätten.

Mein Papa war so ein Mann.

Seine Werkstatt war seine Welt.

Dort war er zu Hause.

Dort konnte er Dinge erschaffen, reparieren und Probleme lösen.

Und wir Kinder?

Wir waren oft dort.

Weil wir bei ihm sein wollten.

Weil wir unseren Papa sehen wollten.

Und weil wir uns gewünscht haben, mehr Zeit mit ihm zu verbringen.

Denn so stark er für mich auch war, eines hat mir als Kind oft gefehlt:

Mein Papa.

Nicht der Mann in der Werkstatt.

Sondern der Papa, der Zeit mit uns verbringt.

Der einfach da ist.

Gerade in den Momenten, in denen wir ihn gebraucht hätten.

Und trotzdem haben wir ihn geliebt.

Das tun wir bis heute.

„Wenn ich in Rente bin, dann mache ich was.“

Diesen Satz werde ich wohl niemals vergessen.

Wenn es darum ging, etwas für seine Gesundheit zu tun, kam häufig dieselbe Antwort:

„Wenn ich in Rente bin, dann mache ich was.“

Dann ist endlich Zeit.

Dann wird weniger gearbeitet.

Dann kümmert man sich um die Gesundheit.

Dann genießt man das Leben.

Dann macht man all die Dinge, für die vorher angeblich keine Zeit war.

Kennst du solche Sätze?

Vielleicht sagst du sie sogar selbst.

„Wenn die Kinder größer sind.“

„Wenn es im Geschäft ruhiger wird.“

„Wenn ich nicht mehr so viel arbeiten muss.“

„Wenn ich in Rente bin.“

Immer gibt es einen Zeitpunkt in der Zukunft, an dem plötzlich alles anders werden soll.

Und bis dahin?

Funktionieren.

Arbeiten.

Verpflichtungen erfüllen.

Weitermachen.

Ich glaube, viele Männer meiner Elterngeneration sind mit genau diesem Verständnis aufgewachsen.

Ein Mann muss stark sein.

Ein Mann muss arbeiten.

Ein Mann muss seine Familie versorgen.

Und ein Mann stellt seine eigenen Bedürfnisse hinten an.

Aber weißt du, was ich heute darüber denke?

Was bringt es deiner Familie, wenn du dich dein ganzes Leben für sie aufopferst, aber irgendwann nicht mehr für sie da sein kannst?

Irgendwann war es zu spät

Mein Papa hat sich selbst oft hintenangestellt.

Seine Arbeit, seine Verpflichtungen und die Dinge, die erledigt werden mussten, standen häufig an erster Stelle.

Für die eigene Gesundheit blieb zu wenig Raum.

Und irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem sich nicht mehr alles auf später verschieben ließ.

Irgendwann war es zu spät.

Zu spät für viele Dinge, die wir gerne noch gemeinsam erlebt hätten.

Zu spät für Gespräche, die ich heute gerne noch mit ihm führen würde.

Zu spät für all die Momente, von denen man immer glaubt, dass noch genügend Zeit dafür bleibt.

Und das ist etwas, das mich bis heute beschäftigt.

Denn weißt du, was das Schlimmste daran ist?

Dass ich ihn nicht mehr fragen kann.

Dass ich nicht mehr zu ihm fahren kann, um ihm etwas zu erzählen.

Dass ich nicht mehr einfach in seiner Werkstatt vorbeischauen kann.

Ich vermisse meinen Papa.

Und egal, wie alt man wird, dieses Gefühl verschwindet nicht einfach.

Man lernt, damit zu leben.

Aber es gibt Momente, in denen man sich einfach noch einmal wünscht, dass er da wäre.

Nur für ein Gespräch.

Nur für eine Umarmung.

Oder einfach, um noch einmal zusammen zu lachen.

Männer, ihr seid keine Maschinen

Vielleicht verstehst du jetzt besser, warum mir das Thema Männergesundheit so wichtig ist.

Ich begegne immer wieder Männern, die unglaublich viel leisten.

Die morgens früh aufstehen, den ganzen Tag arbeiten und abends noch alles Mögliche erledigen.

Männer, die Verantwortung übernehmen.

Für ihre Familie.

Für ihren Beruf.

Für andere Menschen.

Aber wenn es um ihre eigene Gesundheit geht, bleibt häufig keine Zeit mehr übrig.

Dabei behandeln viele Männer ihr Auto besser als ihren eigenen Körper.

Da wird regelmäßig der Ölstand kontrolliert.

Der Kundendienst gemacht.

Auf ungewöhnliche Geräusche geachtet.

Und wenn irgendwo eine Warnleuchte angeht, wird nach der Ursache gesucht.

Aber beim eigenen Körper?

Da werden Warnsignale ignoriert.

Müdigkeit wird mit Kaffee bekämpft.

Schmerzen werden ausgehalten.

Der wachsende Bauch wird mit dem Alter erklärt.

Und Vorsorgeuntersuchungen werden verschoben.

Schließlich funktioniert man ja noch.

Aber nur weil du noch funktionierst, bedeutet das nicht automatisch, dass alles in Ordnung ist.

Dein Körper ist keine Maschine, die du irgendwann einfach gegen ein neues Modell austauschen kannst.

Du hast nur diesen einen.

Und mit dem solltest du vernünftig umgehen.

Warum ich heute tue, was ich tue

Ich habe selbst viele Jahre gebraucht, um zu verstehen, wie wertvoll unsere Gesundheit ist.

Früher habe ich geraucht, ungesund gelebt und über viele Jahre mit meinem Gewicht gekämpft.

Ich habe ungefähr zwanzig Jahre lang Diäten ausprobiert.

Ich weiß, wie es ist, sich immer wieder vorzunehmen, etwas zu verändern.

Und ich weiß, wie leicht man sich einredet, dass man später noch genügend Zeit dafür hat.

Irgendwann habe ich mich entschieden, mein Leben zu verändern.

Ich habe abgenommen, meine Gewohnheiten umgestellt und angefangen, mich intensiv mit Ernährung, Bewegung und Gesundheit zu beschäftigen.

Aus dieser persönlichen Veränderung wurde schließlich meine Leidenschaft.

Und irgendwann auch mein Beruf.

Heute bin ich Ernährungsberater, Fitnesstrainer und AbnehmCoach.

Ich habe mittlerweile über 670 Menschen begleitet.

Menschen, die abnehmen möchten.

Die wieder fitter werden wollen.

Die sich mehr Lebensqualität wünschen.

Die wieder mit ihren Kindern spielen können möchten, ohne sofort außer Atem zu sein.

Oder die einfach wieder Freude daran haben möchten, sich zu bewegen.

Natürlich freue ich mich, wenn jemand zehn, zwanzig oder dreißig Kilogramm abnimmt.

Aber weißt du, was mich wirklich berührt?

Wenn mir jemand erzählt, dass er wieder mit seinen Kindern auf dem Boden spielen kann.

Wenn jemand wieder eine Wanderung schafft, die vorher undenkbar gewesen wäre.

Wenn jemand merkt, dass er wieder mehr Energie für seinen Alltag hat.

Denn genau darum geht es mir.

Ich möchte Menschen helfen, möglichst lange gesund, selbstständig und aktiv am Leben teilhaben zu können.

Und ja, dabei denke ich auch an meinen Papa.

Vielleicht hätte ich ihm heute helfen können

Dieser Gedanke beschäftigt mich manchmal.

Was wäre gewesen, wenn ich damals schon das Wissen gehabt hätte, das ich heute habe?

Wenn ich ihm hätte erklären können, wie viel bereits kleine Veränderungen bewirken können?

Wenn ich mit ihm gemeinsam einen Weg gefunden hätte, besser auf seine Gesundheit zu achten?

Vielleicht hätten wir zusammen trainiert.

Vielleicht hätte ich ihn bei seiner Ernährung unterstützt.

Vielleicht hätte ich ihn dazu gebracht, gesundheitliche Beschwerden früher abklären zu lassen.

Vielleicht hätten wir einfach öfter gemeinsam einen Spaziergang gemacht.

Ich weiß es nicht.

Und ich werde es niemals wissen.

Natürlich wäre es falsch zu behaupten, dass eine gesündere Lebensweise seinen Tod sicher verhindert hätte.

So einfach funktioniert Gesundheit nicht.

Es gibt Krankheiten und Schicksalsschläge, die wir auch mit der besten Lebensweise nicht verhindern können.

Aber wir wissen, dass wir durch Ernährung, Bewegung, den Verzicht auf das Rauchen und regelmäßige Vorsorge unser Risiko für zahlreiche Erkrankungen beeinflussen können.

Und genau diese Möglichkeiten möchte ich anderen Menschen zeigen.

Nicht, weil ich ihnen ein ewiges Leben versprechen kann.

Sondern weil ich möchte, dass sie die Chancen nutzen, die sie heute haben.

Denn ich kann meinem Papa nicht mehr helfen. Aber vielleicht kann ich einem anderen Papa helfen, länger gesund für seine Familie da zu sein.

Und wenn ich mit meiner Arbeit dazu beitragen kann, dann hat sie für mich einen Wert, den keine Zahl auf der Waage ausdrücken kann.

Deine Kinder brauchen keinen Superman

Vielleicht bist du selbst Vater.

Vielleicht hast du Kinder, die längst erwachsen sind.

Oder Enkelkinder, die sich freuen, wenn du mit ihnen etwas unternimmst.

Dann möchte ich dir etwas sagen.

Deine Familie braucht keinen unbesiegbaren Superman.

Du musst nicht immer stark sein.

Du musst nicht jedes Problem alleine lösen.

Du musst auch nicht ständig funktionieren.

Deine Kinder brauchen vor allem dich.

Deine Zeit.

Deine Aufmerksamkeit.

Deine Nähe.

Und möglichst viele gemeinsame Jahre.

Ich hätte mir als Kind manchmal gewünscht, dass mein Papa einfach seine Arbeit stehen lässt.

Dass er sagt:

„Komm, wir machen heute etwas zusammen.“

Nicht irgendwann.

Nicht am Wochenende, wenn alles erledigt ist.

Nicht erst in der Rente.

Sondern heute.

Denn weißt du, was Kinder später nicht zurückbekommen?

Die gemeinsame Zeit, die nie stattgefunden hat.

Und genau deshalb sollten wir Gesundheit auch nicht ausschließlich als Frage des Körpergewichts oder der körperlichen Leistungsfähigkeit betrachten.

Es geht um Lebensqualität.

Um gemeinsame Erlebnisse.

Und darum, möglichst lange für die Menschen da sein zu können, die uns wichtig sind.

Warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt

Ich möchte dir mit diesem Beitrag kein schlechtes Gewissen machen.

Und ich möchte auch niemandem Angst vor Krankheit oder Tod einreden.

Aber ich möchte dich zum Nachdenken bringen.

Wenn du seit Jahren sagst, dass du irgendwann mehr für deine Gesundheit tun möchtest, dann frage dich einmal:

Worauf wartest du eigentlich?

Darauf, dass dein Beruf weniger anstrengend wird?

Dass die Kinder größer werden?

Dass du irgendwann mehr Zeit hast?

Oder tatsächlich auf deine Rente?

Natürlich kann man nicht sämtliche Verpflichtungen einfach beiseiteschieben.

Aber vielleicht kannst du heute bereits etwas verändern.

Vielleicht beginnst du damit, regelmäßig spazieren zu gehen.

Vielleicht nimmst du dir zweimal pro Woche Zeit für Krafttraining.

Vielleicht schaust du dir deine Ernährung einmal genauer an.

Vielleicht vereinbarst du endlich den Vorsorgetermin, den du schon so lange vor dir herschiebst.

Oder du nimmst dir bewusst mehr Zeit für deine Familie.

Du musst nicht morgen zum Leistungssportler werden.

Du brauchst auch keinen Sixpack.

Und du musst dein Leben nicht komplett auf den Kopf stellen.

Aber du solltest deine Gesundheit nicht dauerhaft auf einen Zeitpunkt verschieben, von dem niemand weiß, ob und wie er ihn erleben wird.

Papa, dieser Beitrag ist für dich

Ich weiß nicht, wie mein Leben heute aussehen würde, wenn mein Papa noch da wäre.

Vielleicht würde er in seiner Werkstatt stehen und über meine Arbeit schmunzeln.

Vielleicht würde er mir erzählen, dass ich es mit der gesunden Ernährung manchmal ein bisschen übertreibe.

Vielleicht würden wir uns über irgendwelche Kleinigkeiten streiten.

Und anschließend gemeinsam darüber lachen.

Ich würde viel dafür geben, das noch einmal erleben zu dürfen.

Aber das geht nicht mehr.

Was ich allerdings tun kann, ist, aus meiner Geschichte etwas zu machen.

Ich kann anderen Menschen zeigen, dass es sich lohnt, frühzeitig auf die eigene Gesundheit zu achten.

Ich kann Männer ermutigen, Warnsignale ernst zu nehmen.

Ich kann Vätern helfen, wieder fitter zu werden.

Und ich kann versuchen, Menschen davor zu bewahren, ihre Gesundheit immer wieder auf später zu verschieben.

Vielleicht erreiche ich mit diesem Beitrag einen Mann, der sich darin wiedererkennt.

Der ständig arbeitet.

Der für alle anderen da ist.

Der sich selbst immer hintenanstellt.

Und der seit Jahren sagt:

„Wenn ich mal Zeit habe, dann mache ich was.“

Vielleicht denkt dieser Mann heute zum ersten Mal:

„Warum eigentlich nicht jetzt?“

Dann hätte dieser Beitrag bereits etwas bewirkt.

Und vielleicht bekommt dadurch irgendwo ein Kind ein paar zusätzliche schöne Momente mit seinem Papa.

Papa, du warst für mich immer Superman.

Aber heute weiß ich, dass auch Superman auf sich selbst achten muss.

Wir hätten dich oft gebraucht.

Wir hätten uns mehr Zeit mit dir gewünscht.

Und trotzdem haben wir dich geliebt.

Das tun wir noch immer.

Ich vermisse dich.

Und du wirst für immer einen Platz in meinem Herzen haben.

Für dich, Papa. Und für all die Männer, die noch die Chance haben, heute etwas zu verändern.

Dein AbnehmCoach Olli