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Du willst Veränderung, aber bitte soll alles so bleiben, wie es ist.

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  • Beitrags-Kategorie:Mindset

(Lesedauer 6 Minuten)

Warum wir uns andere Ergebnisse wünschen, aber oft an unseren alten Gewohnheiten festhalten.

Hand aufs Herz.

Wie oft hast du dir schon gewünscht, dass sich etwas in deinem Leben verändert?

Vielleicht möchtest du weniger Stress haben, mehr Zeit für deine Familie, selbstbewusster werden, gesünder leben oder endlich etwas erreichen, das du schon lange vor dir herschiebst.

Du weißt ziemlich genau, was du möchtest.

Aber bist du auch bereit, etwas dafür zu verändern?

Denn genau hier liegt häufig das Problem.

Wir wünschen uns ein anderes Ergebnis, möchten aber möglichst wenig an dem verändern, was uns bisher zu unserem jetzigen Ergebnis geführt hat.

Und das ist erst einmal ziemlich menschlich.

Unser Gehirn liebt das Vertraute

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere.

Unser Gehirn versucht, möglichst effizient zu arbeiten. Vertraute Abläufe helfen dabei, weil wir nicht jede Entscheidung täglich neu treffen müssen.

Das ist grundsätzlich eine ziemlich praktische Sache.

Stell dir vor, du müsstest jeden Morgen neu überlegen, wie man sich die Zähne putzt, eine Hose anzieht oder Auto fährt.

Da wäre der Tag vermutlich schon vor dem Frühstück gelaufen.

Gewohnheiten erleichtern uns also das Leben.

Allerdings gibt es einen Haken.

Unser Gehirn unterscheidet bei automatisierten Gewohnheiten nicht einfach zwischen gut und schlecht.

Auch Verhaltensweisen, die uns langfristig nicht guttun, können sich vertraut und angenehm anfühlen.

Und das macht Veränderungen manchmal so schwierig.

Du möchtest weniger Stress? Dann musst du vielleicht lernen, Nein zu sagen.

Nehmen wir ein Beispiel, das vermutlich viele kennen.

Du hast ständig zu viel zu tun.

Dein Kalender ist voll, du kommst kaum zur Ruhe und wünschst dir schon lange mehr Zeit für dich.

Dann fragt dich jemand, ob du noch eine Aufgabe übernehmen kannst.

Und du sagst Ja.

Obwohl du eigentlich Nein sagen möchtest.

Warum?

Vielleicht möchtest du niemanden enttäuschen. Vielleicht hast du Angst, egoistisch zu wirken. Oder du bist es schlicht gewohnt, immer für alle da zu sein.

Das Problem ist nur:

Wenn du weiterhin zu allem Ja sagst, wird sich an deiner Situation wahrscheinlich wenig ändern.

Du kannst dir noch so sehr wünschen, weniger Stress zu haben.

Irgendwann musst du anfangen, anders zu handeln.

Und möglicherweise bedeutet das, dass jemand anderes mit deiner Entscheidung nicht zufrieden ist.

Veränderung bedeutet manchmal auch, kurzfristig etwas Unangenehmes auszuhalten, um langfristig etwas zu verbessern.

Warum wir lieber beim Alten bleiben

In der Psychologie gibt es dafür verschiedene Erklärungsansätze.

Einer davon ist die sogenannte Verlustaversion.

Sie beschreibt, dass wir mögliche Verluste häufig stärker gewichten als vergleichbare Gewinne.

Bei Veränderungen kann das bedeuten, dass wir uns stärker damit beschäftigen, was wir aufgeben müssen, als damit, was wir gewinnen könnten.

Wir denken darüber nach, wie anstrengend es werden könnte.

Was andere darüber denken.

Ob wir scheitern könnten.

Oder ob wir unsere gewohnte Sicherheit verlieren.

Und plötzlich fühlt sich die alte Situation gar nicht mehr so schlecht an.

Obwohl wir uns eigentlich schon lange darüber beschweren.

Das Vertraute gibt uns eine gewisse Sicherheit.

Selbst dann, wenn wir damit unzufrieden sind.

Ein Wunsch ist noch keine Entscheidung

Ich habe in meinem eigenen Leben oft genug erlebt, dass der Wunsch nach Veränderung allein nicht ausreicht.

Wie oft habe ich mir früher vorgenommen, etwas anders zu machen?

Und wie oft habe ich dann doch wieder genauso weitergemacht wie bisher?

Ich hatte gute Gründe. Zumindest habe ich mir das eingeredet.

Mal war der Zeitpunkt ungünstig.

Mal hatte ich zu viel um die Ohren.

Und manchmal war es einfach bequemer, alles beim Alten zu lassen.

Heute sehe ich das etwas anders.

Natürlich können äußere Umstände Veränderungen erschweren. Manchmal sind die Möglichkeiten tatsächlich begrenzt.

Aber häufig haben wir zumindest einen gewissen Handlungsspielraum.

Und genau den sollten wir uns anschauen.

Denn zwischen „Ich möchte etwas verändern“ und „Ich bin bereit, etwas dafür zu tun“ liegt ein großer Unterschied.

Veränderung muss nicht bedeuten, dein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen

Jetzt kommt die gute Nachricht.

Du musst nicht von heute auf morgen alles anders machen.

Im Gegenteil.

Gerade große Veränderungen scheitern häufig daran, dass wir uns zu viel auf einmal vornehmen.

Du möchtest mehr Zeit für dich?

Dann beginne vielleicht damit, dir einmal pro Woche bewusst eine Stunde freizuhalten.

Du möchtest selbstbewusster werden?

Dann versuche, bei der nächsten Gelegenheit deine Meinung auszusprechen, auch wenn du damit nicht jedem gefallen wirst.

Du möchtest weniger Zeit am Handy verbringen?

Dann lege es beim Abendessen bewusst zur Seite.

Klingt unspektakulär?

Ist es auch.

Aber genau darin liegt der Punkt.

Veränderung entsteht häufig durch kleine Entscheidungen, die wir immer wieder treffen.

Du musst nicht dein ganzes Leben verändern.

Aber du musst irgendwo anfangen, etwas anders zu machen.

Eine kleine Übung für dich

Ich möchte dir drei Fragen mitgeben.

Nimm dir dafür ruhig ein paar Minuten Zeit und beantworte sie möglichst ehrlich.

1. Was wünsche ich mir schon lange, ohne dass sich bisher wirklich etwas verändert hat?

Vielleicht fällt dir sofort etwas ein.

2. Welche meiner bisherigen Gewohnheiten oder Entscheidungen stehen diesem Wunsch möglicherweise im Weg?

Hier geht es nicht darum, dir Vorwürfe zu machen. Sondern darum, ehrlich hinzuschauen.

3. Was könnte ich ab morgen konkret anders machen?

Und bitte keine riesigen Vorsätze.

Suche dir eine kleine Handlung aus, die du tatsächlich umsetzen kannst.

Etwas, das in deinen Alltag passt.

Etwas, das du selbst beeinflussen kannst.

Denn genau dort beginnt Veränderung.

Und jetzt noch eine unbequeme Frage

Vielleicht kennst du jemanden, der sich seit Jahren über dieselben Dinge beschwert.

Über den Job, die fehlende Zeit, die eigene Situation oder darüber, dass sich einfach nichts verändert.

Vielleicht hast du dieser Person sogar schon mehrfach Vorschläge gemacht.

Und auf jeden Vorschlag kam ein:

„Ja, aber …“

Das kann frustrierend sein.

Allerdings lohnt es sich, auch einmal bei sich selbst hinzuschauen.

Denn wir alle haben Bereiche, in denen wir uns ähnlich verhalten.

Auch ich.

Und manchmal merken wir erst durch ehrliche Selbstreflexion, dass wir selbst diejenigen sind, die an einer Veränderung festhalten und sie gleichzeitig verhindern.

Nicht bewusst.

Nicht absichtlich.

Sondern weil unsere bisherigen Gewohnheiten stärker sind als unser Wunsch nach etwas Neuem.

Mein Fazit

Du musst nicht jeden Tag motiviert sein.

Du musst auch nicht sofort wissen, wie du dein Ziel erreichen kannst.

Und du darfst Fehler machen, zweifeln und Rückschläge erleben.

Aber wenn du dir ein anderes Ergebnis wünschst, solltest du bereit sein, zumindest einen Teil deines bisherigen Verhaltens zu hinterfragen.

Denn eines ist ziemlich sicher:

Wenn du immer wieder dasselbe tust, solltest du nicht automatisch ein anderes Ergebnis erwarten.

Vielleicht ist heute ein guter Zeitpunkt, dir eine einfache Frage zu stellen:

Will ich wirklich etwas verändern? Oder wünsche ich mir nur, dass etwas anders wäre?

Die Antwort darauf kannst nur du selbst geben.

Dein AbnehmCoach Olli